Soll ich zuerst Jonglieren oder Kardieren lernen

Filzen

Auf dieser Seite ist ein Teil meiner gefilzten Werke zu sehen. Ich filze normalerweise naß. Trockenfilzen mit Filznadeln mag ich nicht, obwohl sich manche Ergebnisse durchaus sehen lassen können. Filznadeln sind aber prima, um verrutschte Wolle beim Naßfilzen etwas anzuheften.

Auf dieser Seite findet Ihr:

meine Werke:
-gefilzte Bilder
-gefilzte Taschen
-gefilzte Kleinteile: Ostereier, Bälle, Eierwärmer ...

Anleitungen:
-für ein gefilztes Bild (Filzen einer Fläche)
-für einen Ball (Filzen eines plastischen Körpers)
-für eine Tasche (Filzen eines Hohlkörpers)
Mit diesen 3 exemplarischen Anleitungen ist man in der Lage, alles zu filzen, was man haben möchte.


Meine Wolle habe ich hier gekauft: unbehandelte bzw. kardierte Schafwolle sowie bunte Märchenwolle, kardiert und im Strang bei Jako-o. Leider gibt es sie dort nicht mehr, deshalb werde ich auf Trolle und Wolle oder Wollknoll ausweichen müssen.
Als weitere Zutat braucht man nur noch Wasser und Seife. Von einer Seife, wo ich beim Filzen ausgeholfen hatte, habe ich einen üblen Ausschlag bekommen. Meine selbstgesiedete Pflanzenölseife vertrage ich dagegen sehr gut. Seife sollte natürlich immer hautpflegend (rückfettend) sein, und zum Filzen empfehlen sich Schaumfette. Eventuell braucht man noch Pappe für Hohlkörper oder Knallfolie für Bilder. Filznadeln sind zum Trockenfilzen gedacht. Manchmal helfen sie aber auch beim Naßfilzen, verrutschte Fädchen zu korrigieren. Manche nehmen zum Trockenfilzen einen gelben Spülschwamm als Unterlage. Einen "Filzbeschleuniger" oder sonstige teure Spezialwerkzeuge halte ich für Nepp, aber Ihr dürft Euch selbstverständlich vor dem ersten Ausprobieren schon mit Profibedarf ausstatten, das ist ja beim Wandern auch üblich... .

Jahreszeitenbaum

Kinderarbeiten

Meine 6Jährige wollte beim Motiv auf Nummer Sicher gehen und entschied sich für eine Blumenwiese, bei der nichts verrutschen kann. Ein paar Blüten haben nicht richtig gehalten, weshalb sie mit der Nadel nachgefilzt wurden.
Dieses Bild hat meine 3jährige Tochter gemacht. Das Motiv hat sie gelegt, beim Filzen habe ich etwas geholfen.
Der Bär ist ein Erstlingswerk, als ich mit einer Kindergruppe gefilzt hatte. Das Mädchen war 3 Jahre alt, die Mutter hat geholfen.
Auch diese Katze mit Ballons ist ein Erstlingswerk, das in der Kindergruppe entstand. Das Mädchen war 6 Jahre alt und hat selbständig gearbeitet. Am Ende habe ich etwas nachgenadelt, um alle Teile besser zu befestigen.
Das letzte Kinderbild aus unserem Projekt, ein Erstlingswerk von einem 8jährigen Jungen. Leider ist der Kontrast auf diesem Bild nicht sehr hoch. Der Dino ist tannengrün, der Hintergrund dunkelbraun.

andere Bilder

Mein erstes (und letztes) genadeltes Bild - eine Unterwasserlandschaft. Nachteile des Nadelns sind, daß es ewig braucht, und daß man die Nadeleinstiche deutlich sieht. Der Vorteil ist, daß die Sachen plastischer wirken, weil die Motive nicht in den Hintergrund eingefilzt werden.
Die Vorlage war ein Eichenblatt. Da das Motiv nach dem Filzen nicht deutlich genug hervortrat, habe ich einige Konturen mit dünnen gelben Wollsträngen nachgenadelt. Da ich das Bild verschenkt habe, hier nur ein digitalisiertes Foto in relativ schlechten Farben.
Ich bastele am Liebsten, wenn ich das fertige Werk auch wirklich brauche. Hier ist sie, die fertige Hackbrettabdeckung! Als Vorlage diente der im Hintergrund sichtbare Hackbrettkasten, der ja etwas größer als das Instrument ist. Die Wolle ist zwischen 15 und 25% eingesprungen, wie man sieht, auch nicht ganz gleichmäßig.
(Nicht m)Ein Erstlingswerk von einem Filznachmittag. Schön, nicht?
meine Freundin filzte sich als Erstlingswerk eine Stifterolle. Innen sollte ein Stoff samt mittigem Gummiband eingenäht werden, so daß die Stifte nebeneinander eingesteckt werden können. Zum Verschließen rollt man das Mäppchen einfach auf.

In viele Filzbüchern finden sich Filztaschen, die aus Filzplatten zusammengenäht wurden. Das entspricht nicht meiner Idee vom Charakter des Filzens. Ich filze alles aus einem Stück.

In dieser Tasche wollte ich meine Pultleuchte befördern. Da sie beim Filzen weniger schrumpfte, als ich dachte, paßt jetzt A4-Format hinein, und ich habe dann noch eine kleinere Tasche gefilzt.
Bruchgefährdete Glühbirnen sind inzwischen ein Auslaufmodell, und ich nehme die Pultleuchte nicht mehr oft.
Das ist sie, die Tasche für die Pultleuchte. Die Rückseite und der Deckel sind naturbraun, die Vorderseite in verschiedenen Rottönen. Ich habe sie extra etwas ausgefranst gearbeitet, damit sie uriger aussieht.
Eine Kissenhülle für den Autokindersitz. Ist zwar keine Tasche, wird aber genauso hergestellt. Innendrin ist noch der Schaumstoffkern des alten zerschlissenen Bezuges.
Meine Tochter begann auf der Geige ohne Schulterstütze, nur mit einem Kissen. In der Mitte ist ein Schaumstoffkern, wenn ich mich recht erinnere.
  
Plastikeier lassen sich prima auch schon mit Kindern umfilzen. Dazu wickelt man die Märchenwolle um die Eier und steckt sie mit Filznadeln fest. Dann wird naß gefilzt, bis die Eier dicht umhüllt sind. Lohnende Motive sind neben marmorierten Farbverläufen Marienkäfer, aufgenadelte Motive oder wilde Umwicklungen
Die geknoteten Hasen sind im Nu fertig: In einen kleinen Wollstrang einen großen und einen kleinen Knoten machen (Kopf und Körper), die Ohren abteilen, Augen, Nase und Schwanz aufnadeln, fertig. Robust und speichelecht... . Eine Idee aus dem Filzbuch von Angelika Wolk-Gerche.
Die Bälle habe ich mit meinen Kindern gefilzt. Den Kern ist aus billiger weißer Wolle. Zum Schluß werden dünne Schnüre um den Ball gewickelt und evtl. mit ein paar Stichen mit der Filznadel festgehalten, damit sie beim Reiben anfangs nicht verrutschen.
Die Bälle entstanden an einem Filznachmittag mit einer Kindergruppe. Einige Bälle sind sehr groß und richtige Handschmeichler (Durchmesser etwa 10 cm), andere Bälle haben innen einen Kieselstein, damit man sie zum Jonglieren benutzen kann (eine wunderbare Idee - vielen Dank!).
Da ich mit so vielen Kindern nicht mit den sehr spitzen Filznadeln arbeiten wollte, sind die farbigen Flächen etwas dünn geraten. Die Kinder waren trotzdem hochzufrieden mit ihren Werken („ich hätte nie geglaubt, daß ich so was tolles hinkriegen würde”, sagte ein 10jähriger.)
Diese Bälle sind hohl und unverwüstlich, auch, wenn man ihnen das gar nicht ansieht. Der 1. hat innen ein paar Glöckchen, den 2. habe ich auf unsere Vorhangstange als Endstück gesteckt.
Anleitung: Man wickelt Wollstränge um einen Pappstreifen und knotet dann einmal oben und einmal unten die Stränge zusammen.
Wo wir gerade bei Wickeln sind: Mit Märchenwolle kann man natürlich nicht nur filzen, sondern auch Pompons machen:Das Meerschweinchen wurde über einer ovalen Pompon-Schablone gewickelt, der Kopf mit einer Schere herausgeschnitten, und die Ohren (oben rosa, unten grün) sehr kurz als Fläche gefilzt (Vorfilz), ausgeschnitten und angenadelt.
Aus umwickelten Pfeifenputzern lassen sich Filz-Püppchen herstellen: (Anleitung)
Manchmal bekomme ich auch etwas geschenkt. Dieses Küken hat meine Freundin gefilzt. Sie filzt mit Filznadeln auf einem normalen gelben Küchenschwamm. Ich hätte nie gedacht, daß Filz so tolle Formen annehmen kann!
Der erste Eiermützenzauberhut ist mein erstes naßgefilztes Werk.
Der andere Eierwärmer mit dem Knoten (Anregung aus dem Filzbuch von Petra Dechene) gefällt mir ohne das Gesicht besser, aber da ihn meine Tochter gefilzt hat, konnte ich gegen das Gesicht wenig einwenden. Das Gesicht ist von außen aufgenadelt, der Bart nur an den Seiten mit wenigen Stichen befestigt. Inzwischen hat er auch noch Stirnhaare bekommen.
Diese Blüte ist mein erstes zweilagiges Werk (zwischen die Blütenblätter (2 runde Filzplatten) wird eine Folie mit Loch in der Mitte gelegt. Die beiden Blütenblätter werden über das Loch in der Folie zusammengefilzt), und ich bin von ihr ganz hingerissen. Anscheinend hole ich gerade meine in der Kindheit nicht existente Rosa-Mädchen-Phase nach.

Naßfilzen ist unkomplizierter als man zuerst denkt! Ich gehe damit an die Spüle, ins Spülbecken kommt eine Schüssel für das heiße Wasser, auf den Abtropf die Arbeit. Für ein Osterei brauche ich insgesamt nur 5 min, kleine Bilder sind in 30 min fertig, für Taschen oder andere größere Stücke sollte man 2-3 Std. einplanen, Krönung war bisher meine Hackbrettabdeckung mit 1 Tag.
Im Prinzip ist Filzen nichts anderes, als wenn man seinen teuren Wollpulli bei 60°C in der Waschmaschine wäscht: Die Wolle kräuselt sich unter der Einwirkung von Bewegung und Wärme, so daß sie schrumpft und dicker wird.

1. Anleitung zum Naßfilzen eines Bildes als Beispiel für eine Ebene

Bei flachen Gegenständen (auch Hüte und Taschen werden flach gefilzt) dauert die Vorbereitung genauso lange wie das Filzen selbst. Auf den Bildern seht Ihr, wie ich meine Hackbrettabdeckung gefilzt habe. Da sie nicht auf die Spüle paßte, habe ich als Unterlage eine Isomatte genommen.
1. Arbeitsplatz ist der Abtropf der Spüle. Als Unterlage dient ein Stück Pappe in der Größe des fertigen Bildes. (Wolle schrumpft beim Filzen etwa 15% je nach Wollsorte ein. Wer ein Bild mit einer bestimmten Endgröße haben möchte, sollte die Pappe entsprechend größer dimensionieren und im Zweifel nicht zu lange walken.)
2. Auf die Pappe wird das Motiv mit Bleistift gezeichnet. Man sollte sich dessen bewußt sein, daß die Bilder etwas verrutschen können und nicht zu hohe Ansprüche an das Ergebnis stellen. Das meint, daß man mit einfachen Konturen gut beraten ist. Später kann man in Details gehen, wenn man einen Blick für den Filzprozeß bekommen hat. Wer Buchstaben haben möchte, muß sie seitenverkehrt aufmalen.

3. Die Märchenwolle wird dünn gezupft und naß aufgelegt. Die nassen Stränge werden so lange auf der Pappe verschoben, bis sie dort liegen, wo sei sein sollen. Das Motiv wird zuunterst auf die Pappe gelegt, der Hintergrund darüber, weil das Bild mit dem Motiv nach unten gefilzt wird:
4. Nun fehlen noch einige Lagen mit billiger Wolle, damit das Bild nicht zu dünn wird. Kardierte Wolle wird einfach als Fläche aufgelegt. Andere Wolle muß gezupft werden und in mehreren dünnen Lagen ausgelegt werden. Dabei kann das Bild schon mal mehrere cm hoch werden. Wenn alles fertig ausgelegt ist, sieht man die Rückseite des Bildes vor sich.
5. Jetzt beginnt das eigentliche Filzen: Ein nasser Schwamm mit heißem Seifenwasser wird über der Mitte der Rückseite ausgedrückt. Mit dick eingeseiften Händen und sehr viel Schaum wird vorsichtig darüber gestreichelt, bis dieser Teil etwas haftet. Nun kann man von der Mitte nach außen weitergehen, alles naßmachen und reiben. Damit das Motiv ganz unten nicht verrutscht, darf man nur von oben arbeiten und nicht nach der Seite, und man darf nur die Rückseite des Bildes bearbeiten, aber nicht so doll drücken, daß man in die tiefen Schichten gelangt. Auf dem Bild sieht man, wie die linke Seite schon gefilzt ist (plattgedrückt, da naß), die rechte noch trocken ist. (Auf diese Art muß man bei auch Hohlkörpern auch arbeiten: Der eine Teil ist schon naß und gefilzt, der andere Teil, mit dem man weiterarbeiten möchte, muß trocken bleiben.)
Das Wasser muß heiß sein. Wenn es ausgekühlt ist, gebe ich einen Schuß kochendes Wasser aus dem Wasserkocher in meine Wasserschüssel, die in der Spüle steht, und gieße das kalte Wasser vom Bild ab. Verbrüht Euch nicht die Hände!
 

6. Wenn die Rückseite komplett angefilzt ist, so daß sie nicht mehr an den Händen klebt, kann man sich nach unten arbeiten. Dazu wird immer wieder ein Schwamm mit heißem Wasser über dem Bild ausgedrückt. Kaltes Wasser kann abgegossen werden, indem man die Pappe schräg hält. Wenn man unten beim Motiv angekommen ist, und es angefilzt ist, kann das Bild gewendet werden. Man reibt solange, bis alles gut hält.
7. Jetzt ist das Bild eigentlich fertig. Ich walke allerdings alle Bilder noch. Dabei werden sie fester und kleiner, so daß sie anschließend richtig robust sind: Das ausgespülte Bild wird auf der Spüle hoch- und runtergerubbelt wie auf einem Waschbrett. Dabei schrumpft es in der Höhe. Damit es auch in der Breite schrumpft, muß es quergelegt werden und wieder hoch- und runtergerubbelt werden. Die Hackbrettabdeckung habe ich in viele Geschirrtücher eingeschlagen und zum Walken in die Waschmaschine gesteckt.
8. Das Bild wird glatt ausgebreitet und getrocknet oder trockengebügelt. Vor dem Trocknen kann das Stück noch in Form gezogen werden.

2. Anleitung zum Naßfilzen eines Balles als Beispiel für ein plastisches Gebilde

Bälle sind einfach zu filzen, weil nichts schiefgehen kann. Auch Kindergartenkinder können schon Bälle filzen. Wenn die Kinder wenig Durchhaltevermögen haben, muß man sich darauf einstellen, die Arbeit selbst zu beenden. Man braucht nämlich 20 min für einen Ball.
1. Zuerst wickelt man aus Schafwolle (egal wie) eine feste Kugel, ruhig 15 cm dick, weil die Wolle ja noch viel schrumpft. Dafür kann man die billigste Wolle nehmen.
2. Als letzte, äußere Schicht kommt bunte Wolle dazu, die man in kleinen dünn gezupften Flecken auflegt. Auf dem fertigen Ball ergibt das eine Art Marmoreffekt.
3. Nun wird es naß: Die Hände müssen dick eingeseift werden. Der Ball wird vorsichtig in eine kleine Schüssel mit möglichst heißem Wasser eingetaucht. Wenn er sich vollgesogen hat, wird er leicht ausgedrückt und dann vorsichtig gestreichelt, weil er sooo traurig ist... . Das Eintauchen für die Kinder erledige ich, das Streicheln können sie machen, wenn der Ball nicht mehr so heiß ist.
4. Nach kurzer Zeit merkt man schon, daß der Ball etwas fester wird, daß die farbige Wolle etwas haftet und daß die Seife einen Schaum wie Schlagsahne bildet. Das zeigt, daß die Wolle schon etwas angefilzt (verfilzt) ist.
5. Der Ball wird immer weiter gestreichelt, dabei können die Handgriffe immer kräftiger werden, je mehr er verfilzt. Wenn der Ball zu kalt wird, filzt er nicht weiter, dann muß man ihn wieder in heißes Wasser tauchen. Wenn das Wasser in der kl. Schüssel zu kalt geworden ist, muß es ausgetauscht werden. Seife kann man gar nicht zu viel nehmen. Sie bewirkt, daß die Hände gut um den Ball rutschen.
6. Wenn der Ball schön fest ist, ist er fertig. Er wird gründlich ausgespült und zum Trocknen hingelegt. Wer harte Bälle mag, kann sie jetzt noch mit der 60°C-Wäsche waschen. Dadurch schrumpfen sie nochmal tüchtig und werden sehr hart.

Zum Filzen anderer räumlicher (gefüllter, nicht-hohler) Gebilde wird ähnlich verfahren, nur daß man die Figur immer sorgfältig in Form bringen muß.

Bei einer Tasche, einem Hut oder Schuhen wird auch flach gefilzt. Damit Vor- und Rückseite des Hohlkörpers aber nicht zusammenkleben, muß man die Seifen einzeln filzen. Damit das fertige Werkstück später trotzdem ohne Nähte auskommt und aus einem Guß ist, wird erstmal in der Mitte einer Ebene gefilzt, zB der Vorderseite der Tasche, die Ränder werden aber dabei trockengelassen. Wenn diese Seite fertig ist, kann man sie umdrehen und an ihren noch trockenen Rändern die andere Seite anstückeln. Ich habe auf diese Weise den Eierwärmerhut gefilzt (Schablone war ein spitzes Dreieck) und möchte hier beschreiben, wie man eine Tasche filzt. Da diese stabiler als der Eierwärmer sein soll, habe ich billige weiße Wolle mit einer Deckschicht von bunter Wolle versehen.

1. Schablone: Als Vorlage dient wieder ein Stück Pappe. Weil es etwas dauert, bis die Tasche fertig ist, sollte man die Pappe mit Klarsichtfolie beziehen, damit sie nicht durchweicht. Oder man nimmt ein anderes ebenes, wasserfestes Material ohne scharfe Ränder wie PVC-Reste, Plastikschnellhefter, Verpackungsfolie usw. Ich empfehle, die Tasche am Ende nicht nur zu walken, sondern am besten in der Waschmaschine zu waschen. Dafür muß man je nach Wollsorte 10-25% Einsprung auf die Taschengröße einrechnen.
2. Vorderseite: Zuerst wird die Taschenvorderseite gefilzt: Weil hierbei von innen nach außen gearbeitet wird, wird mit der billigen Wolle begonnen, die Fläche über der Pappe auszulegen. Dabei kann man ruhig 5-7 Lagen auslegen, die Tasche soll ja später schön stabil sein.
3. Motiv: Ganz oben kommt die bunte Wolle auf die Taschenvorderseite (über die man später noch die Umschlagklappe legt). Wer ein richtiges Motiv haben möchte, kann damit noch warten, bis die Oberfläche etwas angefilzt ist. Damit die bunte Wolle beim Reiben nicht verrutscht, muß man mit einer Noppenfolie arbeiten, die man oben auf das Bild legt, und auf der man reibt.
4. Filzen: Jetzt wird die Taschenvorderseite von der Mitte aus gefilzt, wie beim Bild (s.o.). Nur, daß man zum Reiben noch eine Noppenfolie auf das Bild legt. Drei Ränder der Flächen bleiben aber trocken und werden nicht mitgefilzt! Nur der obere Rand wird mitgefilzt und evtl. umgeklappt (verdoppelt), damit er gerade wird. An diesen Rand möchte man später nichts anfilzen, deshalb kann er gleich naß werden.
5. Rückseite: Wenn die Taschenvorderseite (bis auf die Ränder) soweit fest ist, wird alles samt Pappe umgedreht. Die gesamte Schablone und oben noch etwas mehr für die Taschenklappe wird mit Wolle bedeckt, wobei die umgebogenen Ränder der Vorderseite mit einbezogen werden. Hier muß man dafür sorgen, daß die Wolle von der Vorderseite in möglichst gleichmäßiger Stärke um die Schablone gelegt wird.
6. Filzen: Wieder wird die Taschenrückseite von innen nach außen gefilzt. An den Rändern muß man vorsichtig unter die Pappe greifen und den Rang von der Seite aus anfilzen. Wer hier zu sehr schiebt, bekommt dicke Wulste. Das ist bei einer Tasche noch nicht so schlimm, aber später bei Hüten oder Schuhen stören diese Wulste sonst sehr.
7. Wenn alles so weit hält, kommt es in Geschirrtüchern zum Trennen zwischen den Flächen in die Waschmaschine. Oder man rollt das Werkstück in heiße Geschirrtücher ein und walkt die Rolle von Hand. Dadurch springt die Wolle etwas regelmäßig ein und die Oberfläche bleibt glatter, die Tasche aber auch nicht ganz so stabil wie nach einem Waschgang.

Für weitere Ideen verweise ich an erster Stelle auf meine Lieblingsbücher:

Links

Hier habe ich meine unbehandelte Wolle gekauft: Historische Spinnerei, hier die kardierte Wolle: Wollwerkstatt, hier die bunte Märchenwolle: Jako-o. Letztere ist sehr günstig, sehr fein kardiert und sehr empfehlenswert!